Der Einbrecher

Der EinbrecherEs ist mitten in der Nacht. Ich wache auf in meiner Züriwohnung. Ein Geräusch. Da läuft jemand im Wohnzimmer herum!Von MeretSMeretS 10.01.2012Es ist mitten in der Nacht. Ich wache auf in meiner Züriwohnung. Ein Geräusch. Da läuft jemand im Wohnzimmer herum! Ich bleibe erstmal wie das Häsli vor der Schlange sitzen – was jetzt? Messer und Baseballschläger habe ich keine in Griffnähe, also muss ein Kleiderbügel zur Verteidigung herhalten.

Ich hole mit dem Kleiderbügel (Plastik, by the way) aus, parat für einen Schlag und schleiche zur Treppe. Schaue nach unten. Dort ist alles dunkel und dann wieder dieses Geräusch! Dieses „tap-tap-tap“, dass sich einfach nach Schritten anhört.

Zehn Minuten später stehe ich immer noch mit erhobenem Kleiderbügel im Wohnzimmer und überlege: Der Einbrecher kann nicht in meiner Wohnung sein. Oben isser nicht, weil da komme ich ja her. Im Wohnzimmer steht er nicht, weil da bin ich ja jetzt. Und das Zimmer ist definitiv zu klein, um sich effektiv zu verstecken. Gut. Bleibt das Bad. Oh, ein Geräusch, ein Geräusch!
Ich stürme ins Badezimmer, bereit dem bösen Einbrecher einen Kleiderbügel über den Schädel zu ziehen – und da ist nichts. Gar nichts.

Endlich geht mir auf, dass das „tap-tap-tap“ nicht aus meiner Züriwohnung kommt, sondern aus der meiner lieben Nachbarn. Entweder tropft einfach nur der Wasserhahn, oder der Einbrecher hat meine Nachbarn heimgesucht. Ich teile mir nämlich den obersten Stock des Mehrfamilienhauses mit drei anderen Parteien und ich kann euch über jede etwas erzählen. Die beiden links von mir sind ständig krank, husten und schnäuzen sich so laut, dass ich meinen TV nicht mehr höre. Die beiden rechts von mir, die schauen auch viel fern. Vor allem DSF und Schweizer Sport Fernsehen, wenn ich da so reinhöre. Und sie jubeln mit. Laut. Die gegenüber höre ich ja am wenigsten. Ausser sie öffnen die Luke zur Dachterrasse, dann klingt es, als würde sich jemand mit Gewalt Zugang zu meiner zu schaffen. Womit wir wieder beim Thema sind …

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