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Das plissierte Grauen

Das plissierte GrauenNun sind wir also im Jahr 2012 angekommen... dem, wenn’s nach den Mayas geht, letzten unseres schönen Planeten.Von DanaeDanae 16.01.2012Nun sind wir also im Jahr 2012 angekommen... dem, wenn’s nach den Mayas geht, letzten unseres schönen Planeten. Ich persönlich glaube ja eher, dass mit der ganzen Angstmacherei die Wirtschaft wieder angekurbelt werden soll...so nach dem Motto: hauen wir die Knete raus, im Dezember ist eh Schluss. Sicherheitshalber habe ich aber für die Abgabe meiner Steuererklärung schon mal eine Erstreckungsfrist bis Ende November eingereicht. Wenn Ende Jahr die Welt untergeht, komm ich wenigstens um diese buchhalterische Folter herum... und mein Steuerberater um einen weiteren Nervenzusammenbruch.

Na ja, jedenfalls waren die letzten Wochen schon ziemlich düster: Pünktlich vor Silvester habe ich mir beim Apero von Freunden eine Lebensmittelvergiftung eingefangen...der dafür verantwortliche Kartoffelsalat wurde wunderbarerweise von einem Hygienekontrolleur beigesteuert, aber lassen wir das.
Ein paar Liter Magensäure ärmer, dafür aber zum Glück auch um etwa 4 Kilo des angefutterten Weihnachtshüftgoldes leichter, bin ich mit locker sitzendem Abendkleid ins besagte neue Jahr gestartet.

Apropos Abendkleider...als Stylistin gucke ich mir ja immer gerne die Tilllate Schnappschüsse unserer Promielite an und dieses Wochenende kam ich am Swiss Award ja wiedermal voll auf meine Kosten... frei nach dem Dresscode „solang es glänzt ists auch edel“ fand diese VIP Stampede des Grauens letzten Samstag auf dem roten Teppich des Zürcher Hallenstadion statt. Die Modissa muss leer gewesen sein und auch der ein oder andere Fasnachtsstoff wurde wohlmöglich in ein Ex-Missen- Kleid verarbeitet. Mit einem Wort: beängstigend!!!

Aber vielleicht wollten sich die Missen auch nur dafür rächen, dass sie dieses Jahr keine Glückszahlen mehr auf der Bühne präsentieren durften und haben die Veranstaltung somit ästhetisch boykottiert...anders lassen sich die ganzen Polyesterroben meiner Meinung nach nicht erklären. Spontan würde ich sogar behaupten, dass sich auch einige der Gäste bei der Wahl ihrer Garderobe mit dieser Aktion solidarisierten.

Meine persönlichen Lieblinge des Abends: La Christa in einem plissierten Alptraum aus Gold, eine Eigenkreation wohlgemerkt und Linda Salto Katastrophale Fäh, welche wiedermal ein Outfit wählte, mit dem sie jede Staffel von The Rock of Love spielend gewinnen würde.

Doch genug der Häme. Netter zu werden ist zwar keiner meiner Vorsätze fürs neue Jahr aber vielleicht sollte ich doch auf gewisse Zeichen von oben hören...beim Schreiben der letzten Zeilen ist mir nämlich mein Cola über der Tastatur ausgeleert...
Aber was soll`s. Ich bleibe boshaft, schreib jetzt schnell zu Ende bevor sich das Zeug in der Elektronik festklebt und besorg mir morgen einfach eine neue.
Danae Loucatos arbeitet als Stylistin, liebt Johnny Cash, Johnny Walker und Horrorfilme mit überdimensional grossen Tieren. Sie lebt zwar seit 37 Jahren in Zürich, war aber trotzdem noch nie an der Streetparade und findet das gut so. Danae schreibt jeden Montag neu auf zuri.net und freut sich über Reaktionen. Lobpreisungen und Hasstiraden gerne an: danae@zuri.net

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