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Stadtautofahren

Ich lerne ja gerade Autofahren. Das ist hart, sag ich euch. Mein Vater zeigt zwar mehr verständnis als früher bei den Mathi-Hausaufgaben, aber trotzdem – pro Fahrstunde heule ich mindestens einmal. Entweder vor Schreck, vor Angst, vor Wut oder aus Ve

Stadtautofahren
28.02.2012 MeretS
Ich lerne ja gerade Autofahren. Das ist hart, sag ich euch. Mein Vater zeigt zwar mehr verständnis als früher bei den Mathi-Hausaufgaben, aber trotzdem – pro Fahrstunde heule ich mindestens einmal. Entweder vor Schreck, vor Angst, vor Wut oder aus Verzweiflung.

Es ist aber auch mühsam! Nicht nur, dass ich auf 1000 Sachen gleichzeitig achten muss (Fussgänger, Verkehrszeichen, Ampeln, Velofahrer, Töfffahrer, andere Autofahrer, spielende Kinder, Kinderwagen, Tiere, geparkte Autos, fliegende rosarote Elefanten, das ich die Spur halte, welchen Gang ich habe, welche Geschwindigkeit ich habe und welche eigentlich wäre, blinke ich und vorallem: muss ich blinken?), es ist auch allen andere
MeretS

n Verkehrsteilnehmern völlig egal, das ich ein Löli bin!

Ich will am HB rechts abbiegen, richtung Sihlquai – da schiesst rechts (!) an mir ein Motorradfahrer vorbei und fährt gerade über die Kreuzung Richtung Neugasse. Wenn ich nicht Töfffahrer-Affin wäre und zufällig den beliebten Schulterblick gemacht hätte, dann hätte ich den ersten Töfffahrer meiner Karriere abgeschossen. Die Fussgängerin die mir in der Langstrasse direkt vors Auto gesprungen ist war vermutlich Lebensmüde – und ich bin zu meiner ersten Vollbremsung auf Stadtstrassen gekommen. Ja, VOLLbremsung. Mit ABS.

Da war mein schlimmstes Vergehen bisher eigentlich schreckfrei. Ich fahre fröhlich durch irgendein Seitenquartier zwischen Limmatplatz und Albisriederplatz, kucke nach Fussgängern und irren, Lebensmüden Zweiradfahrern, fahre weiter... Und dann sagt mein Vati neben mir: „Du, Kind... Das Rotlicht, das da eben oben rechts war... Das wäre deines gewesen...“