Puff wegen Wuff

Puff wegen WuffLetzte Woche ging der Krieg zwischen Hündelern und Nichthündelern in eine neue Runde... der kräftige Schuss Oel ins Diskussionsfeuer war diesmal ein top recherchierter Artikel im Tagi.Von DanaeDanae 07.05.2012Letzte Woche ging der Krieg zwischen Hündelern und Nichthündelern in eine neue Runde... der kräftige Schuss Oel ins Diskussionsfeuer war diesmal ein top recherchierter Artikel im Tagi (siehe Link unten).
Ich bin jetzt mal so frei und behaupte die Dame, welche diesen Mist geschrieben hat, keinen Hund besitzt und die Allmend nur von Google Maps kennt. Es war von kriegsähnlichen Zuständen die Rede... Cervelat klauende Monsterköter, welche in abgezäunte Familiengebiete einfallen, Jogger, die von Hundehaltern angegriffen werden und überall verteilter Hundepupu sind anscheinend dort an der Tagesordnung...

Ich war ja nie ein Naturtalent wenn es um Orientierung geht, also muss ich mich wohl die letzten fünf Jahre fast täglich auf eine andere Allmend als die hier beschriebene verirrt haben. Auf dem Stück Land, auf welchem ich anscheinend immer wieder gelandet bin, bin ich, obwohl ich meist querfeldein laufe, noch nie in irgendetwas getreten, was aus dem Hintern eines Hundes kam und die dort joggenden Fussballgötter lächeln auch stets freundlich. Die Schlägereien halten sich also sehr in Grenzen.

Natürlich gibt`s ein paar Idioten, welche ihre Hunde nicht im Griff haben, aber es fällt mir auf, dass dies proportional zur Grösse des Hundes nachlässt. Ich habe noch nie einen sogenannten Kamphhund gesehen, der unkontrolliert herumgekläfft hat. Geschweige denn den Besitzer eines solchen, der das toleriert hätte.

Meinetwegen darf sich jeder dort tümmeln, der Lust dazu hat, aber ein gewisses Mass an Vernunft und Anstand wäre halt schon schön... genauso wenig, wie ich mit meiner übermütigen 33kg-Bulldogge an einem sonnigen Samstagnachmittag Puppenapportieren auf der Bäckeranlage spiele, so sollten sich auch die Aupairs überlegen, ob die Allmend für 10 köpfige Kleinkindergruppen, mit je einem halben Gipfeli im Patschehändchen wirklich der perfekte Ort für einen Spaziergang ist. Wenn ich keine gegeelten Housefans in zu engen Hosen und zu grossen Autos sehen möchte, geh ich auch nicht im Hardturmquartier in den Ausgang... wieso also, muss es bei einer Hundephobie dann unbedingt die Allmend sein?!

Natürlich haben alle ein Recht darauf, dort zu sein, aber man sollte sich dem allgemeinen Tenor des Ortes an dem man sich aufhält, etwas anpassen. Die Allmend ist nun mal einer der letzten Orte in Zürich, an dem man die Hunde frei laufen lassen darf. Was wichtig für die Tiere ist. In einer friedlichen Stadt sollte jeder seine Daseinsberechtigung und Freilaufgebiet haben... ich beschwere mich am Paradeplatz ja auch nicht über die Bänkerrudel...

Natürlich findet man die Idioten auf beiden Seiten. Ich hab auch schon Hundehalter gesehen, die sich daneben benommen haben. Aber wie gesagt, das sind die Menschen... die Hunde verhalten sich überwiegend anständig und ihrem Wesen entsprechend. Und wenn MIR Hugh Jackman mit einer grossen Schachtel Luxemburgerli auf der Parkbank begegnen würde, tät ich also auch schnüffeln wollen... ich kann es meinem Hund also nicht verdenken, wenn er sich für die Abfälle interessiert, welche jedes Wochenende von all den wunderbaren, naturverbundenen Familien im grossen Stil auf der Allmend zurückgelassen werden.

Aber fertig mit der Häme und Bosheit. Ich geh jetzt mal den Hund wecken und begebe mich Richtung Saalsporthalle. Dort werde ich dann die gefüllten Robidogsäckli einsammeln und an die Tagijournalistin schicken... als Beweis, dass wir Hündeler die Hinterlassenschaften unserer Tiere auch ja schön brav aufnehmen...
Danae Loucatos arbeitet als Stylistin, liebt Johnny Cash, Johnny Walker und Horrorfilme mit überdimensional grossen Tieren. Sie lebt zwar seit 37 Jahren in Zürich, war aber trotzdem noch nie an der Streetparade und findet das gut so. Danae schreibt jeden Montag neu auf zuri.net und freut sich über Reaktionen. Lobpreisungen und Hasstiraden gerne an: danae@zuri.net

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