Casino nicht so Royale

Casino nicht so RoyaleVor kurzem war ich abends im Seedamm-Casino in Pfäffikon. Ich habe mich aufgebretzelt, mit Stöggelischuhen, Perlohrringen und hübschem Kleidchen. Frau will ja auch bei Blackjack was her machen.Von MeretSMeretS 16.05.2012Vor kurzem war ich abends im Seedamm-Casino in Pfäffikon. Ich habe mich aufgebretzelt, mit Stöggelischuhen, Perlohrringen und hübschem Kleidchen. Frau will ja auch bei Blackjack was her machen.

Im Foyer war dann ja auch alles noch ganz edel und beeindruckend. Die Angestellten wirkten sehr gepflegt, hübsch angezogen und überhaupt nur ein kleines bisschen hochnäsig.

Dann aber betraten wir das Casino. Zuerst sah ich die Innerschweizer. Alle in Jeans, Wanderschuhen und karierten Hemden. Damit hätte ich aber leben können.
?Aber dann die Teenies! Fehlfarbene Hoodies mit grässlichen Mustern, fehlfarbene Sneakers und Hosen in den Kniekehlen sind eine visuelle Vergewaltigung, egal wo. Aber im Casino ist es einfach unterirdisch.
Diese Jungs haben also mit ihrem Outfit und vor allem auch mit ihrem Benehmen (grölen, saufen, rumkrakeelen) diesem Casino den Flair und die Atmosphäre einer Chilbi oder eines Pausenplatzes verliehen. Mässig anmächelig, aber an der Chilbi gäbe es immerhin noch Zuckerwatte.

Aber auch an die Automaten erinnere ich mich mit Schaudern. Abgesehen davon, dass alle von arbeitslosen Alkoholikern besetzt waren – und das schon seit Tagen, die haben schon Spinnweben angesetzt! – waren auch alle ziemlich grüselig. So mit fettverschmierten Knöpfen. Und Asche überall, weil man bei den Automaten noch rauchen darf. Urgh. Und die Luft da drin war wie im Raucherraum am Flughafen: Auch wenn du nicht rauchst und du nur wenige Minuten dort drin bist, kannst du danach als lebender Aschenbecher gehen. War sogar für mich als Raucherin hart.

Ein kleines Erfolgserlebnis durfte ich dann doch noch verzeichnen: Ich hatte mich gerade mit Fusstritten und Ellenbogen an den Roulettetisch gekämpft, die Kugel war schon am ... äh ... Schwingen? Mein Kumpel hinter mir „Leg auf 36, leg auf 36!“. Ich lege 5 Schtutz auf 36, die Kugel fällt und ZACK – auf 36. Ich habe also bei meinem ersten Spielversuch gleich mal 175 Eier gewonnen. Leider habe ich mir eingebildet, dies sei eine Glückssträhne. War es nicht. Ich habe 150 Franken in allerkürzester Zeit wieder verloren.

Alles in allem kann ich sagen, dass ich in vielen Dingen im Leben Glück habe. Aber in Zukunft geniesse ich mein Glück lieber an zivilisierteren Orten - an einer Chilbi zum Beispiel.

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