Postillon terreur

Postillon terreurEiner meiner geschätzten Facebook Freunde hat sich heute in seinem Status über die Schweizerische Post genervt und damit hat er eine brennende Pyrofackel in mein längst überlaufendes Oelfass der Wut geworfen.Von DanaeDanae 22.05.2012Einer meiner geschätzten Facebook Freunde hat sich heute in seinem Status über die Schweizerische Post genervt und damit hat er eine brennende Pyrofackel in mein längst überlaufendes Oelfass der Wut geworfen. Die Post... GRRRRRRRRRRRRRRRRR

Eine besonders schöne Szene ereignete sich vor ein paar Wochen, als ich meinem Postboten morgens um acht im Bademantel hinterher rannte. Dass vor meinem Haus direkt eine Tramhaltestelle platziert ist, verlieh dem ganzen noch einen zusätzlichen Glanz...
Aber was soll`s: ich brauchte die Sendung unbedingt für ein Shooting am nächsten Tag und hatte sogar einen unübersehbaren Zettel an die Haustür geklebt, in dem ich den Postillon bat, das Paket unbedingt vor dem Haus zu lassen.

Als ich ihn dann bebademantelt und rufend eingeholt hatte, wurde ich erstmal beschimpft, dass meine Gegensprechanlage nicht funktioniere und er deshalb nicht mit dem Päckli gewartet habe... Mmmhhh, vielleicht liegt es daran dass ich GARKEINE GEGENSPRECHANLAGE HABE!!!! Du Vollspacke...

Wer stellt so jemanden an? Man könnte meinen, vor Arbeitsvertragsunterzeichnung musste er den Nachweis erbringen, dass mindestens zwei Geschwisterpaare in seiner näheren Verwandschaft geheiratet und Kinder gezeugt haben. Wie sonst lässt sich ein solches Verhalten, wohlgemeint im Dienstleistungssektor, erklären? Aber das war ja erst der Anfang...

Als ich mich beim Kundendienst darüber beschweren wollte, hatte ich wohl seine Schwester / Cousine / Mutter (natürlich alle in ein und derselben Person) am Draht... auch hier durfte ich an einem eisgekühlten Cocktail aus Unfreundlichkeit und Inkompetenz nippen... ach was, das ganze wurde mir schon fast als Shot serviert. Madame sagte mir in schnippischem Tonfall, man könne halt nicht erwarten, dass der Pöstler irgendwelche Zettel an der Tür lese (in A4 Format übrigens)... dass ich sie erst nach 5 Minuten angeschrien habe, hätte mir meiner Meinung nach die Nomination für den Friedensnobelpreis einbringen sollen...

Aber da es denen ja sowieso langweilig geworden ist, nur Briefe und Pakete zu verschicken, kann man jetzt in jeder Postfiliale auch Büroartikel, Schundromane und Mobiltelefone erwerben... ich sage Euch, bald fangen sie an, dort Mini Hotdogs zu verkaufen. Wenn sie die mit der gleichen Kompetenz wie die A-Post bearbeiten, ist der nächste Gammelfleischskandal nicht mehr weit.

Andererseits ist es ja gut, wenn der Staat auch Menschen beschäftigt, welche in der normalen Arbeitswelt keine Chance hätten... das spart enorm an Sozialhilfeausgaben... allerdings sollte dies, wie bei Behindertenorganisationen auch klar deklariert sein. Im Hinblick darauf, ein gemeinnütziges Projekt zu unterstützen, würden die Leute sicher gerne auch 1.50.- für einen verspätet aber liebevoll zugestellten A-Post Brief bezahlen.

Nur für eines habe ich bei der Post überhaupt kein Verständnis: sie halten seit Jahren Russell Crowe`s Liebesbriefe an mich zurück, von denen ich sicher bin, dass er sie jede Woche schickt... diese Schweine!
Danae Loucatos arbeitet als Stylistin, liebt Johnny Cash, Johnny Walker und Horrorfilme mit überdimensional grossen Tieren. Sie lebt zwar seit 37 Jahren in Zürich, war aber trotzdem noch nie an der Streetparade und findet das gut so. Danae schreibt jeden Montag neu auf zuri.net und freut sich über Reaktionen. Lobpreisungen und Hasstiraden gerne an: danae@zuri.net

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