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It's a hipster world - auch in Zürich

It's a hipster world - auch in ZürichBöse Zungen behaupten, die Mehrzahl der Modeblogs im Internet sind von Hipstern infiltriert.Von dorisdoris 31.07.2012Böse Zungen behaupten, die Mehrzahl der Modeblogs im Internet sind von Hipstern infiltriert und auch deshalb voll mit „Daily Outfit" Posts, in denen modeverrückte junge Menschen sich selbst und ihre Klamotten präsentieren. Die junge, urbane Mittelschicht inszeniert sich aber auch im Alltag, zum einen über ihre modische Erscheinung, zum anderen über ihre Anti-Mainstream-Einstellung. Man bedient sich freimütig bei allerhand Subkulturen von 1940 bis in die Gegenwart, egal ob der Hippiekultur aus den 1960ern oder des Grunge aus den 90ern. Zum ersten Mal in New York entdeckt, breitete sich das Phänomen über London und Berlin auch nach Zürich aus. In der Langestrasse können täglich einige Prachtexemplare dieser Gattung beobachtet werden. Mit dicken Hornbrillen vom Flohmarkt und Jutebeuteln mit mehr oder weniger originellen Aufdrucken versucht man, sich von der Mehrheit abzugrenzen. Zum Hipster gehören Sneakers oder Flats, aber auch in schlichte Lederboots werden die Füße gesteckt. Wer es eher sportlich mag, der findet hier die passenden Sneakers, braune Lederboots findet man als echter Hipster hingegen eher in Second-Hand-Läden, die auch auf der Zürcher Langestrasse zu finden sind.

Ironie, verpackt als Parodie

Das Grundprinzip des Hipsters ist die Ironie. Die dicke Hornbrille wird als Anti-Statement zur chicken randlosen Brille getragen, der Schnauzbart gehegt und gepflegt, wie es sonst nur Tom Selleck kann, und T-Shirts sind mit ironischen Sprüchen bedruckt. Der Hipster ist stiltechnisch ein Sammelsurium der verschiedensten Stilepochen. Anders sein als die breite Masse ist das erklärte Ziel der jungen, urbanen Mittelschicht. Doch die Stilelemente, derer sie sich bedienen, sind inzwischen schon längst im Mainstream angekommen. Holzfällerhemden und T-Shirts mit V-Ausschnitt gibt es bei allen großen Bekleidungsketten zu kaufen und im Radio laufen die musikalischen Lieblinge wie Animal Collective oder Vampire Weekend rauf und runter. Man muss eben nur die hipste Sendung erwischen, wie „Rundfunk.fm", die täglich von ein bis fünf Uhr morgens auf Zürichs Radio 1 zu hören ist. Das ist allerdings nicht nur was für nachtaktive Hipster, auch Musikkenner kommen auf ihre Kosten. Irgendwie sind eben inzwischen alle ein bisschen Hipster, auch wenn es keiner so richtig zugeben mag. Denn das vielleicht wichtigste Merkmal eines Hipsters ist die Verleugnung der eigenen Hip-heit.

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