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Adresse suchen | Carmen![]() Ziemlich sicher hat es sich bei der Frau auf dem Shirt aber um eine ganz andere gehandelt. Ich habe den Mann zwar nur von hinten gesehen, doch wie ein Music Star-Fan sah er nicht aus. Finde ich jedenfalls. Deswegen nehme ich an, dass er auf «seine» Carmen gewartet hat, auf die Frau seiner Träume. Und was die davon hält, dass er dort in der Gartenbeiz sitzt, mit diesem T-Shirt-Aufdruck, das würde mich wirklich interessieren. Denn eine solche Aktion kann doch nicht gut gehen, oder? Würde mir sowas passieren – ich müsste laut herauslachen und würde damit das übereifrige Vis-à-Vis wohl schwer beleidigen. Noch schlimmer stelle ich mir die Szene vor, wenn die Traumfrau Carmen noch gar nicht wüsste, wie es um die Gefühle des T-Shirt-Trägers steht. Wenn sie ihn erst zwei-, dreimal getroffen hätte und in ihm nicht mehr als einen netten Bekannten sähe. Oder noch besser: Wenn Sie sich bei einem dieser vorangegangenen Treffen seiner Gefühle bewusst geworden wäre und sich für diesen Abend vorgenommen hätte, ihm durch die Blume mitzuteilen, dass sie für ihn nicht mehr als freundschaftliche Gefühle empfinde. Welche der von mir ausgedachten Situationen auch immer eingetroffen wäre – peinlich genug wäre sie allemal gewesen. Noch peinlicher als der Moment, in dem ein Mann einer Frau im Restaurant vom Rosenverkäufer einige halbverwelkte Rosen abkauft (apropos, liebe Männer: Man schenkt uns Frauen immer eine ungerade Anzahl Rosen. Fragt mich nicht wieso, macht’s einfach). Schade, bin ich vor einigen Tagen einfach weiter spaziert. Ich hätte mich an einen Nebentisch setzen und abwarten sollen, was weiter passiert. Denn irgendwie erinnert mich die Geschichte an meinen Besuch in einem Hamburger Tattoo-Studio vor einigen Jahren. Neben mir wollte sich ein Mann den Namen seiner Freundin in ein bereits vorhandenes Tattoo-Schild auf seinem Arm tätowieren lassen. Das Schild zierte wohl schon länger seinen Oberarm, und die neue Freundin schien es Wert, mit Namen darin verewigt zu werden. Leider war der Name der Liebsten viel zu lang, und die vom Tätowierer vorgeschlagenen Abkürzungen passten seinem Kunden überhaupt nicht. Während beide noch Männer noch überlegten, wie das Problem zu lösen sei (Schreibfehler? Neue Freundin?), wurde ich in einen anderen Raum gerufen. Ihr seht, auch hier fehlt mir leider das Ende der Story. Und in einer Kolumne, das wissen wir alle, braucht es am Schluss eine gute Pointe. Ich werd’s mir merken, fürs nächste Mal. 5 Minuten Archiv & Preview | Menü Magazine Readme: die letzten... E grobi Sach! Der zuri.net Newsletter informiert sporadisch über alles was neu ist, in zuri.net. abezapfe. |