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 Magazine Übersicht 5 Minuten linkpax 18.06.2008

wir zivilschützen zürich


wir zivilschützen zürich
PAX: gestern habe ich im Rahmen der EURO (oder wie Herr Gress so schön sagt: Öro) einen Zivilschutzdienst geleistet. Als Angehöriger des Care Teams des ZS waren wir auf Pikett für den Fall, dass wirklich schlimme Dinge (so Schlägereien mit Todesfolgen oder so) passieren und es der emotionalen ersten Hilfe bedürfte. Ist nicht passiert, sind wir alle froh, aber Vorbereitung ist alles! Eine Dienstleistung der Stadt Zürich.

BELLUM: nun, ich teile den Enthusiasmus des Herrn P. nicht unbedingt. Möchten Sie wissen, was mit Ihren Steuergeldern wirklich passiert? Hier die Wahrheit.
Die UEFA (um hier mal etwas Ambushing zu betreiben) verdient sich an der EURO ja bekanntermassen eine goldene Nase. Dafür verlangt sie aber vor Ort auch noch unzählige Dinge. Das mit dem Bier ist bekannt, das mit dem ZS und der Sanität etc. natürlich weniger. Dafür bezahlt die UEFA natürlich nix, das berappt der Steuerzahler.

Blenden wir kurz zurück. Im Frühjahr haben wir vom Care Team ein Briefing genossen, im Hinblick auf die EURO. Da war die Rede von 100'000 von Besuchern, permanent alkoholisierten Fans und Problemen, derer habhaft zu werden schwierig zu werden scheine.

Gestern nun, um 11.00 Uhr sind wir eingerückt. Angesichts der gähnenden Leere der Ausnüchterungsstelle Hohe Promenade (die in 24-Stunden-Schicht betrieben wird) und dem Ausbleiben jeglicher Krawalle, wurden wir nach dem Mittagessen auf Staatskosten für den Rest des Nachmittages entlassen. Um 18.00 Uhr sind wir wieder eingerückt und haben nach Nachtessen gemeinsam das Spiel angeschaut. Um 24.00 Uhr wurden wir entlassen, gebraucht hat man uns nicht. Zum Glück. EO gibt es natürlich für die vollen zwei Tage, was mir heute einen Freitag beschert, den ich noch so gerne annehme. Für effektive sechs Stunden ZS werden wir also zwei volle Tage bezahlt. Das nenn ich gönnerhaft.

Eigentlich so scheint mir, wäre es ja leicht gewesen, uns zu Hause zu belassen und uns im Bedarfsfall aufzubieten, da wir ja alle über einen Pager (ja das gibt es noch) verfügen. Aber scheinbar hatte man uns am Spieltag lieber vor Ort.

Ein im Grundsatz richtiger Einsatz, der aber wieder einmal (und nicht das erste Mal im ZS) völlig überplant war und viel Geld gekostet hat. Scheinbar ist man von mehr Besuchern ausgegangen. Aber wir sind Zürich, nicht Deutschland. Mir solls egal sein, meine Dienstleistung am Vaterland ist für dieses Jahr geleistet!
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Zürich, 11.10.2008 © by zuri.net